2.1.1. Einkauf

 

Im Einkauf gesparte Kosten erhöhen unter sonst gleichen Bedingungen den Gewinn um ein Mehrfaches. Erwirtschaftet z.B. ein Produkt einen Gewinn von 3 % bei einem Materialkostenanteil von 20 %, so würde eine Kostensenkung um 5 % einen um 33,3 % höheren Gewinn (= 20 · 0,05 : 3) bedeuten. Trotzdem wäre es kurzsichtig, Lieferanten gnadenlos im Preis drücken zu wollen. Die Unternehmen sollten ihre Ziele längerfristig verfolgen und dann müssen auch die Zulieferer in der Lage sein, von den vereinbarten Preisen langfristig zu leben und dabei auch in neue Technologien und neue Produkte investieren zu können.

  

Der Einkauf ist ein Teil der Beschaffung, der sich mit Kauf von Werkstoffen, Waren, Betriebsmitteln und Dienstleistungen befasst. Hier werden Informationen gesammelt, bei welchen Lieferanten welche Güter in welcher Qualität zu welchem Preis eingekauft werden können. Diese Tätigkeit wird gern etwas übertrieben als Beschaffungsmarktforschung bezeichnet. Im Einkauf wird eine Einkaufspolitik formuliert, bei welchen Gütern eher auf Qualität und bei welchen auf günstige Preise geachtet werden soll.

 

Ein Thema im Einkauf ist die Lieferantenbewertung nicht nur hinsichtlich Qualität und Preis, sondern auch auf Zuverlässigkeit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit etc. Wenn ein Lieferantenwechsel mit Aufwand verbunden ist will man mit den Zulieferern längerfristige Beziehungen eingehen, die auf Dauer die günstigste Perspektive bieten. Bei einer Verschlechterung in der Bewertung würde dann zunächst das Gespräch gesucht und mitgeteilt, dass Probleme in der Zusammenarbeit gesehen werden. Das Ziel ist dann, diese Probleme zu lösen. Bei hoher Komplexität der eingekauften Güter und großen Mengen werden diese häufig von den Lieferanten auf die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst oder sogar speziell dafür entwickelt. Dann sind langfristige Lieferverträge sinnvoll. In einer strategischen Allianz müssten dann die teilweise hohen Entwicklungskosten der Zulieferer mit den Erfolgschancen des Abnehmers verglichen werden, der sich z.B. an diesen Kosten mit einem Zuschuss beteiligen könnte oder über langfristige Lieferverträge mit festen Preisen dafür sorgen könnte, dass der Zulieferer diese Kosten decken kann.

 

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