1.1. Betriebliche Funktionen

 

In Betrieben wird Kapital und Arbeit dazu eingesetzt, um eine betriebliche Leistung (Produkt) zu erstellen und am Absatzmarkt zu verwerten. Dieser Zusammenhang kann wie folgt dargestellt werden:

 

Abb. 1: Die betriebliche Wertschöpfungskette / betrieblicher Wirtschaftskreislauf

(Quelle: eigene Darstellung)

  

Man könnte die Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit den Ingenieurwissenschaften vergleichen. Ein Kfz-Ingenieur befasst sich mit den technischen Funktionen in Kraftfahrzeugen, ein Betriebswirt mit der Funktion von Betrieben bzw. Unternehmen. Wie der Kfz-Ingenieur dann die verschiedenen Komponenten des Fahrzeugs wie z.B. Motor, Fahrwerk oder Getriebe getrennt betrachtet, unterscheidet auch der Betriebswirt zwischen verschiedenen Aufgaben wie Einkauf oder Verkauf. Die Funktionen in einem durchschnittlichen Industriebetrieb, die die Vorlage für die Gliederung der Kapitel 2 und 3 bilden, können mit folgender Grafik veranschaulicht werden:

  

Abb. 2: Funktionen in einem Industriebetrieb

 (Quelle: eigene Darstellung)

 

Der Einsatz von Geld und Personal wurde in der Darstellung hervorgehoben. Es sind keine eigentlichen betrieblichen Funktion, sondern Mittel zum Zweck. Durch sie werden die betrieblichen Funktionen ausgefüllt. Man könnte den Pfeil von den Finanzen zum Personaleinsatz auch direkt verbinden. Dann würde man die Personalverwaltung als unterstützende Funktion ansehen.

 

Es kann grob zwischen Funktionen innerhalb der betrieblichen Wertschöpfungskette, die im Kern aus Einkauf – Produktion – Verkauf besteht, und unterstützenden Funktionen unterschieden werden. In den Kernfunktionen wird aus dem Verkauf der betrieblichen Leistungen Geld erwirtschaftet, das zum größten Teil wieder für den Einsatz von Personal, den Einkauf von Material und Energie sowie für Investitionen verwendet wird. Ein kleinerer Teil wird für die Durchführung unterstützender Tätigkeiten verwendet. Im Personaleinsatz müssen neben den Kerntätigkeiten der Wertschöpfungskette auch unterstützende Tätigkeiten abgedeckt werden.

 

Es ist die Aufgabe der BWL, den Einsatz von Geld und Personal möglichst effektiv und effizient zu gestalten, um beim Vergleich mit dem Kfz-Ingenieur zu bleiben, den Motor also auf mehr Leistung und weniger Verbrauch zu trimmen. Würde man das Unternehmen mit einem (schwerfälligen) Schiff vergleichen, dann wäre die Produktion die Maschine, der Verkauf die Antriebswelle, die die Motorkraft in Bewegung umsetzt, das Management wäre die Steuerung und das Rechnungswesen die Navigation (Radar + GPS). Alle Komponenten müssten optimal auf einander abgestimmt werden.

 

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