1.3. Betrieb und Unternehmen

 

In der BWL wird immer wieder zwischen den Begriffen Betrieb und Unternehmen gewechselt. Die Abgrenzung ist nicht immer scharf und es kann der Eindruck entstehen, dass das Gleiche gemeint ist. In der praktischen Bedeutung beschränkt sich die Unterscheidung oft auch nur auf Nuancen.

  

Unter einem Betrieb versteht man wirtschaftliche-technische Einheit, in der betriebliche Leistung erbracht wird. Das Unternehmen ist dagegen die rechtlich-organisatorische Einheit. Ein Unternehmen hat häufig mehrere Betriebe; steuerrechtlich spricht man von Betriebsstätten. Seltener ist, dass ein Betrieb auf mehrere Unternehmen aufgespalten wird, z.B. wenn in einem Konzern ein Unternehmen die Technik bereitstellt und sie an ein anderes Unternehmen im Konzern verpachtet.

 

Wenn die Worte bewusst gewählt werden, soll mit „Betrieb“ die Betonung auf die Erstellung der betrieblichen Leistung gesetzt werden, während „Unternehmen“ eher eine abstraktere Ebene ausdrücken will. So betrifft z.B. Einkauf und Verkauf den Betrieb, während die Finanzströme auf der Unternehmensebene stattfinden. Tendenziell kann man die unterstützenden Funktionen lt. Abb. 1 häufiger dem Unternehmen zuordnen als bei den Funktionen in der Wertschöpfungskette.

 

 

1.4. Der Wald und die Bäume

 

Die Redensart, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, ist auch eine Gefahr in der BWL. Es besteht aber ebenso die umgekehrte Gefahr, dass einem der Wald vor lauter Ganzheitlichkeit den Blick auf den einzelnen Baum verstellt. Es ist die Kunst, die Balance zwischen den Funktionen (1.1) und Philosophien (1.2) zu halten. Diese Abhandlung hat nicht den Anspruch, diese Ausgewogenheit zu beachten. Sie will ihren Schwerpunkt auf die Herausarbeitung der Funktionen setzen und die Beschreibung der Bäume deshalb in den Mittelpunkt stellen. Der Hinweis an dieser Stelle, dass beschriebenen Bäume Teil eines Waldes sind, muss für diese Abhandlung genügen.