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Geschichte des Rechnungswesens

 

Italienische Kaufleute entwickelten im 13. Jh. das System der doppelten Buchführung. Sie verwendet statt der römischen die arabischen Zahlen verwendete und erfasste außerdem jeden Geschäftsvorfall zweimal, und nicht nur einmal – und zwar jeweils einmal auf der Soll-, und einmal auf der Haben-Seite. Luca Pacioli beschrieb diese Methode 1494 in einem gedruckten Buch als venezianische Buchführung – und verbreitete sie damit als neuen Standard von Italien aus in ganz Europa. Aus dem Jahr 1511 ist zum ersten Mal eine Bilanz nach diesen Verfahren aus Deutschland überliefert – vom Buchhalter des Handelshauses Fugger, Matthäus Schwarz.

Pacioli war ein Freund von Leonardo da Vinci und die von ihm beschriebene Methode war genial. Sie berücksichtigte die begrenzte Kapazität des menschlichen Gehirns und wurde ohne wesentliche Veränderungen ca. 490 Jahre verwendet. Im Zuge der Moderne und des Industriezeitalters gerät die Buchhaltung in den Blickpunkt der Gesetzgebung und wird zunehmend reglementiert. Dazu zählt 1794 die Einführung der allgemeinen Bilanzierungspflicht für Unternehmen mit dem Allgemeinen Preußischen Landrecht oder im französischen Code de Commerce von 1807, aber auch die Entstehung des preußischen Handelsgesetzbuches von 1861, das 1897 in das deutsche Handelsgesetzbuch umgewandelt wurde und in seinen Grundzügen auch heute noch gültig ist.

Der Rat der Europäischen Union stimmte 2003 einer Verordnung zu mit der die Anwendung der International Accounting Standards ab 2005 für Konzernabschlüsse von kapitalmarktorientierten Unternehmen verbindlich vorschreibt. Im Rahmen dieser Entwicklung löst sich Deutschland von den bisher im HGB kodifizierten Rechnungslegungsgrundsätzen und wendet sich in erster Linie angloamerikanischen Bilanzregeln zu. 

Erst seit ca. 30-40 Jahren werden von den Unternehmen neuere, EDV-gestützte Verfahren eingesetzt, die aber noch nicht bis in die Lehrbücher durchgedrungen sind. Pacioli konnte nur Geldeinheiten erfassen, aktuell können Mengeneinheiten und Geldeinheiten verarbeitet werden. Paciolio konnte nur Daten der Vergangenheit aufzeichnen. Heutige Systeme wollen gestützt auf Daten der Vergangenheit Daten für die Zukunft gewinnen. Paciolios Buchhaltung muss man erlernen, der Ansatz dieses Projekts ohne große Vorkenntnisse realisiert werden. Es ist jetzt an der Zeit, wie Pacioli vor 525 Jahren die heutigen Möglichkeiten als stringentes System zu beschreiben und damit die Methode von 1494 auch in den Lehrbüchern abzulösen.