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Internationale Währung


Ein Problem im Welthandel ist die Vereinbarung von Preisen und der anzuwendenden Währung. Zwischen Vertragsabschluss und Zahlung können sich die Wechselkurse verändern. Wenn die Währung einer Seite verwendet wird, trägt die andere das Kursänderungsrisiko allein. Rohstoffpreise werden häufig in US-$ vereinbart, auch wenn keiner der Vertragspartner in den USA ansässig ist. Diese Währung ist allerdings eher ungeeignet, weil ihre Kurse von Spekulationen auf internationalen Devisenmärkten beeinflusst werden. Bei steigenden Zinsen in den USA steigt wegen der höheren Nachfrage nach US-$ die Kurse was eine zusätzliche spekulative Nachfrage verursacht. Dann steigen weltweit die Rohstoffpreise, nur nicht in den USA. 

Zur Lösung dieses Problems muss neben den existierenden Währungen eine Umrechnungseinheit geschaffen werden, die selbst nicht an den Finanzmärkten gehandelt werden kann. Dazu wurde in einem Versuch zunächst das Bruttoinlandsprodukt 2017 aller Währungsräume addiert, sofern es 1.000.000.000.000 US-$ übersteigt. Danach wurde eine Kunstwährung berechnet, die am 01.01.2018 den Wert von 1.000 Schweizer Franken (CHF) hatte und mit den angegebenen Prozentsätzen aus entsprechenden Beträgen aus den Landeswährungen zusammensetzt.

Abb.: Zusammensetzung des Mondo

 

 

USA

Brutto-

19.390

inlands-

Mrd. $

produkt

29,87%

Anteil

307,56

Dollar

EURO-Raum

12.810

Mrd. $

19,73%

168,41

Euro

China

12.240

Mrd. $

18,86%

1.260,61

Yüan

Japan

4.872

Mrd. $

7,51%

8.669,49

Yen

Großbritannien

2.625

Mrd. $

4,04%

30,70

Pfund

Indien

2.611

Mrd. $

4,02%

2.629,46

Rupien

Brasilien

2.055

Mrd. $

3,17%

106,73

Reals

Kanada

1.652

Mrd. $

2,55%

32,86

Dollar

Russland

1.578

Mrd. $

2,43%

1.433,92

Rubel

Südkorea

1.538

Mrd. $

2,37%

25.913,95

Won

Australien

1.380

Mrd. $

2,13%

27,96

Dollar

Mexiko

1.149

Mrd. $

1,77%

355,80

Pesos

Indonesien

1.011

Mrd. $

1,56%

216.202,61

Rupien

 

64.911

Mrd. $

100,00%

∑ = 1.000

CHF

 

(Quelle: eigene Darstellung)

 

Danach wurde das Ergebnis durch 1.000 geteilt und man erhält eine künstliche Währung, die in Anlehnung an den Euro Mondo (die Welt, franz. le monde) genannt wurde, im Gegenwert von einem Franken. Anhand der von der Österreichischen Nationalbank veröffentlichten Euro-Referenzkurse wurden für jeden Tag zwischen dem 01.01.2017 und dem 16.11.2018 die genannten Beträge in CHF umgerechnet, aufaddiert und durch 1.000 geteilt.

Wenn man alle betrachteten Währungen in CHF und in Mondo darstellt, dann gab es folgende Schwankungen um einen Mittelwert:

 

Abb.: Währungsschwankungen in Schweizer Franken und Indexwährung

 

 

in CHF:

 

in Mondo:

 

USA

-5,79%

5,06%

-3,98%

4,13%

EURO-Raum

-6,16%

5,75%

-6,78%

3,99%

China

-5,14%

7,39%

-2,30%

3,75%

Japan

-4,16%

4,46%

-3,77%

3,77%

Großbritannien

-5,33%

7,14%

-5,22%

5,44%

Indien

-10,75%

6,20%

-8,50%

5,33%

Brasilien

-21,07%

13,11%

-18,04%

13,17%

Kanada

-5,64%

4,59%

-4,49%

4,42%

Russland

-15,16%

9,84%

-12,69%

9,34%

Südkorea

-5,33%

6,52%

-4,10%

3,59%

Australien

-7,19%

4,59%

-4,97%

4,54%

Mexiko

-11,44%

6,18%

-11,16%

8,05%

Indonesien

-9,68%

7,44%

-7,94%

7,04%

 

(Quelle: eigene Darstellung)


Bei der Notierung in CHF schwankt der Mondo zwischen -4,12% und 3,93%, bei Notierungen in Mondo schwankt der CHF zwischen -3,80% und 4,28% um den Mittelwert. Bei einem Versuch, Indien, Brasilien, Russland und Mexiko als die Länder mit den stärksten Schwankungen aus der Kunstwährung zu entfernen, gab es kaum eine Stabilisierungswirkung. Auf solche Eingriffe kann also verzichtet werden. 

Die Schwankungsbreite in der künstlichen Währung war durchgehend geringer. Wenn statt dem Franken eine andere Rechenwährung verwendet wurde, kamen für die Schwankungen in Mondo exakt die gleichen Werte heraus. Selbst wann ein starker Kursanstieg oder Kursverfall des Franken simuliert wurde, hatte das auf die Kursschwankungen in Mondo keine Auswirkung. Damit wären Spekulationen gegen den Mondo nicht möglich. Diese Kunstwährung wäre deshalb für internationale Rohstoffpreise besser geeignet als der US-$. Die USA könnten sich den Konsequenzen aus den Wechselkursschwankungen nicht mehr entziehen.

Internationale Großbanken könnten ihren Kunden anbieten, Konten in Mondo zu unterhalten und Geld auf Mondo-Konten anderer Inhaber zu überweisen. Die Kunden realisieren nur noch dann Kursgewinne oder –verluste, wenn sie den Mondo in die Landeswährung zurücktauschen. Eine Kurssicherung über Derivate würde teilweise überflüssig. Der Mondo wäre keine internationale Organisation, sondern ein Produkt von Finanzdienstleistern.

 

Kuba hat zwei Währungen, und zwar den Peso (CUP) als reine Binnenwährung und den konvertiblen Peso (CUC), der mit anderen Währungen getauscht werden kann. Viele Leistungen werden aber nur gegen CUC erbracht. Der CUC ist im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gebunden. Würde Kuba die Anbindung an den USD durch eine Anbindung an den Mondo als Recheneinheit aus den 13 Währungen der größten Währungsräume erset-zen, so würde sich Kuba von internationalen Währungsschwankungen unabhängiger ma-chen. Würde die Nationalbank die Kurse nach der Vorgehensweise aus diesem Beitrag transparent feststellen, so wäre der CUC die zukünftige Weltwährung, in der auf interna-tionalen Gütermärkten Preise vereinbart werden können.