Investition und Finanzierung

 

Investition und Finanzierung sind grundsätzlich zwei eigenständige Aufgaben, stehen aber bei der Steuerung eines Unternehmens in einem engen Zusammenhang miteinander. Beide beeinflussen das finanzwirtschaftliche Gleichgewicht, was mit folgender Grafik verdeutlicht werden kann.

 

Das finanzwirtschaftliche Gleichgewicht wird durch Rentabilität und Liquidität bestimmt, die Unternehmensziele darstellen. Im Interesse der Eigen- und Fremdkapitalgeber ist eine befriedigende Rentabilität anzustreben; im Interesse der Gläubiger muss aber auch die Liquidität gewährleistet sein. Eine gute Investitionsentscheidung verbessert die Rentabilität, bindet aber Kapital und verschlechtert damit gleichzeitig die Liquidität. Finanzierungsentscheidungen sollen die Liquidität verbessern, sie verursachen aber regelmäßig Aufwand und verschlechtern somit die Rentabilität. Das Gleichgewicht wird gehalten, wenn bei keinem der beiden Ziele das Maximum, sondern bei beiden das Optimum angestrebt wird.

Beim finanzwirtschaftlichen Gleichgewicht handelt es sich um kein stabiles, sondern um ein labiles Gleichgewicht. Anders als z. B. bei Gleichgewichtspreisen auf Märkten gibt es keinen Mechanismus, der zum Gleichgewicht tendiert und es somit selbst organisiert. Das finanzwirtschaftliche Gleichgewicht muss vielmehr vom Unternehmen organisiert werden. Die Investitionsrechnung kann als Instrumentarium zur Vorbereitung von Investitionsentscheidungen verstanden werden, das die Verbesserung der Rentabilität und die Belastung der Liquidität miteinander abwägen, und so das finanzwirtschaftliche Gleichgewicht stützen soll.

(vgl. 1.1. + 3.6.9.)