2.3. Produktion

2.3.1. Industrie und Handwerk

  

Die Produktion in der Industrie und im Handwerk besteht in der Herstellung materieller Produkte. Bei Dienstleistungsunternehmen werden immaterielle Werte hergestellt. Sie unterscheiden sich u.a. dadurch, dass es bei Dienstleistern keine Lagerbestände an fertigen Erzeugnissen geben kann. Eine Dienstleistung kann deshalb auch nicht für einen anonymen Markt produziert und über den Handel verkauft werden. Es können standardisierte Leistungen erbracht werden, der Kunde muss aber mit dem Leistungserbringer direkt in Kontakt treten.

  

In der industriellen Produktion kann man besonders zwischen Serien- und Einzelfertigung unterscheiden. Die Serienfertigung produziert überwiegend für einen anonymen Markt. Die Kunden entscheiden sich für existierende Produkte und sind nicht in der Lage, dem Produzenten eigene Wünsche mitzuteilen und sie in der Gestaltung der Produkte berücksichtigen zu lassen. Diesen Prozess haben Specht und Stefanska wie folgt abgebildet:

Abb. 11: Serienfertigung

(Quelle: Hirsch, B. E. (1992): CIM in der Unikatefertigung und -montage. In: Bey, I. (Hrsg.) CIM-Fachmann. Köln, 1992, S. 25; zitiert nach Dieter Specht, Renata Stefanska, Lean Production als Produktionskonzept für die Unikat- und Einzelfertigung in: Dieter Specht (Hrsg.) Weiterentwicklung der Produktion, Wiesbaden 2009, S. 39)

  

Hier sind die Stationen Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Materialbeschaffung und Fertigungsprozess hintereinander angeordnet. Lediglich Materialbeschaffung und Fertigung liegen teilweise nebeneinander. Die Serienfertigung kann in Klein- und Groß-serien differenziert werden. Je größer die Serien sind um so kleiner wird der relative Anteil von Konstruktion und Arbeitsvorbereitung. Eine Steigerung der Großserienfertigung wäre die Massenfertigung.

  

In der Einzelfertigung überlappen sich diese Phasen dagegen weitgehend. Vor der Auftragserteilung liegt eine Planung, in der ein großer Teil der Konstruktion stattfindet, um mit dem Kunden über Preise verhandeln zu können. Daraus ergibt sich ein Teil der Arbeitsvorbereitung, die die Grundlage der Planung eines Ablieferungstermins ist. Diesen Zusammenhang zeigt die Abbildung auf der folgenden Seite.

  

Die Einzelfertigung setzt Verhandlungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer voraus. Das Produkt wird auf die Bedürfnisse des Auftraggebers zugeschnitten. Dem steht nicht entgegen, dass der Auftragnehmer auch schon eine Vielzahl von ähnlichen Produkten für andere Auftraggeber gefertigt haben kann und er insbesondere in der Konstruktion auch auf einen Fundus von Plänen zurückgreifen kann, die dann nur noch an die Besonderheiten des Auftrags angepasst werden.

  

Abb. 12: Einzelfertigung

 (Quelle: ebenda)

  

Bei einem hohen Automatisierungsgrad hat die Industrie einen hohen Fixkostenanteil aus Abschreibungen und Zinsen. Bei einem niedrigen Automatisierungsgrad, z.B. im Handwerk, kommen die Fixkosten aus dem Personaleinsatz. Im Handwerk ist der Arbeitseinsatz das zentrale Element der Preisgestaltung. Bei sehr hochwertigen Produkten kann können die variablen Materialkosten und manchmal auch variable Energiekosten eine Rolle spielen.