3.6.1. Buchhaltung, Statistik, Zahlungsverkehr

  

Für die Buchhaltung ist die Doppelte Buchführung, die 1494 von Luca Pacciola in Florenz vorgestellt wurde, noch immer die Standardmethode. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass bei Geschäftsvorfällen immer mindestens zwei Positionen betroffen sind. Man kann unterscheiden:

 

        Aktivtausch:                               eine Vermögensposition nimmt zu, eine andere ab

        Passivtausch:                            eine Kapitalposition nimmt zu, eine andere ab

       Aktiv-Passiv-Mehrung:         Vermögen und Kapital nehmen zu

       Aktiv-Passiv-Minderung:     Vermögen und Kapital nehmen ab

  

Aufwand und Ertrag werden als Eigenkapitalbestandteil definiert. Aufwand ist meistens ein Passivtausch: Eigenkapital nimmt ab, Fremdkapital nimmt zu. Auch eine Aktiv-Passiv-Minderung = Vermögen und Eigenkapital nehmen ab wäre gut vorstellbar. Ertrag ist dagegen meistens eine Aktiv-Passiv-Mehrung: Vermögen und Kapital nehmen zu.

  

Die Buchungen werden im externen Rechnungswesen erfasst wobei anschließend eine Übergabe in ein Kostenrechnungsmodul erfolgt. Wenn nach Abb. 22 zwischen 4 Abrechnungskreisen unterschieden wird könnte der HGB-Datenbestand dafür verwendet werden und das Kostenrechnungsmodul für die Kosten- und Leistungsrechnung verwendet werden. Die Buchungen würden dann in einen anderen Datenbestand nach IFRS kopiert und das Kostenrechnungsmodul hier für das Controlling verwendet.

  

Für Kostenrechnung und Controlling werden nicht nur Beträge sondern auch Daten über produzierte und verkaufte bzw. verbrauchte Mengen benötigt, wofür Statistiken geführt werden sollten. Wenn die Mengen in einer Kostenart sehr heterogen sind kann die Menge auch als Indexwert definiert werden. Wenn z.B. bei einer Kostenart ein Minderverbrauch festgestellt wird kann dann mittels Einschätzung festgehalten werden, in welchem Umfang dies auf niedrigere Preise und geringere Mengen zurückzuführen ist. Natürlich könnten die auch gegenläufig sein (z.B. geringere Menge aber höhere Preise).

  

Der automatische Zahlungsverkehr für eingehende Rechnungen darf nur in einem Abrechnungskreis durchgeführt werden, welcher der der Buchungserfassung (primärer Datenbestand) sein sollte. Das gleiche gilt für die Erfassung von Zahlungen für Ausgangsrechnungen und das Mahnwesen. Die gebuchten Zahlungen werden allerdings in den sekundären Datenbestand mit kopiert werden.

 

Download
Rechnungswesen im Umbruch:
Konzept eines Vierkreis-Systems
Aufs-WM-20.pdf
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siehe auch:  Bilanzrichtlinen-Umsetzungsgesetz (BilRUG) ändert Umsatzerlöse + streicht außerordentliches Ergebnis